Aus diesem Grund fragt Dich Facebook nach Nacktfotos

Das Netzwerk startete einen Aufruf gegen “Rache-Pornos” und wirft damit Fragen auf. Was wirklich hinter der intimen Bitte steckt, erfährst Du hier.

Credit: Marvin Meyer / Unsplash

Es ist nur ein Test
Wir alle kennen die Vorgaben auf Twitter, Instagram, Facebook und Co.. Man darf keine Nacktbilder oder andere sexuell anzüglichen Inhalte posten, ist verpflichtet jegliche Art von Hassreden, glaubwürdige Drohungen oder direkte Angriffe auf Einzelpersonen oder Personengruppen zu melden und auch Fotos und Videos zum Thema Gewalt werden auf den Pages nicht geduldet. Doch warum startete Facebook gerade in den vergangenen Tagen einen Aufruf und forderte seine Nutzer dazu auf, Nacktbilder von sich hochzuladen?

Dieser Frage sind wir einmal auf den Grund gegangen und stießen auf die getroffenen Maßnahmen gegen “Rache-Pornos”. Unter diesem Begriff versteht man das Hochladen von Nackt- oder Sexfotos von ehemaligen Partnern, welche später mit Freunden oder der ganzen Welt geteilt werden.

Facebooks Chief Security Officer Alex Stamos verteidigte das Projekt und erklärte, dass User, welche Angst davor haben, dass ein Ex-Partner Bilder oder Videos von ihnen auf Facebook verbreiten könnte, die sie nackt oder beim Sex zeigen, dem Ganzen einen Riegel vorschieben können. Alles, was man dafür tun muss, ist folgendes: Man muss sich die Schnappschüsse selbst via Facebook Messenger zusenden und damit hat sich die Sache bereits erledigt. Bei diesem Vorgang wird für die Datei ein sogenannter Hash-Wert erstellt, eine Art digitaler Fingerabdruck, mit welchem man das Foto oder Video am Ende eindeutig dem Eigentümer zuordnen kann. Sollte jemand anderes nun dieselbe Aufnahme versuchen ins Netz zu stellen, wird der Hash-Wert wiedererkannt und der Post blockiert.

“Im Prinzip ist es, wie eine E-Mail an sich selbst zu schicken – nur noch sicherer. [Facebook] speichert die Bilder nicht, sondern nutzt künstliche Intelligenz und andere Foto-Vergleichsprogramme. Schließlich wollen wir die Menschen dazu in die Lage versetzen, sich selbst zu schützen und sie nicht verwundbarer machen”, erklärte Julie Inman Grant, eine Sprecherin der australischen Internetsicherheits-Behörde e-Safety gegenüber dem TV-Sender “ABC” und fügte abschließend hinzu, dass jede fünfte australische Frau zwischen 18 und 45 bereits Opfer von “Rache-Pornos” geworden sein und man sich demnach davor schützen kann.

Warum wir selbst die sogenannten Hash-Werte auf unseren eigenen Computer nicht erstellen und im Anschluss an Facebook senden können, weiß man unterdes nicht. Ob man dem Netzwerk mit solch einer heiklen Angelegenheit überhaupt trauen kann, muss jeder User selbst für sich entscheiden.

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