Google feuert sexistischen Mitarbeiter

Weil er einen sexistischen Text verfasste, ist ein Google-Mitarbeiter gefeuert worden. Er hatte geschrieben, dass der geringe Anteil von Frauen in der Technikbranche biologische Gründe habe.

Google strebt eigentlich eine sehr heterogene Belegschaft an. Erst recht, seitdem Gerüchte laut wurden, das Unternehmen zahle seinen weiblichen Angestellten weniger Gehalt als seinen männlichen.

Mitarbeiter mit Diversität nicht einverstanden

Dazu gehört auch, Frauen und Männer unter den Kollegen zu haben – in allen Positionen. Mindestens einem Google-Entwickler passt dieses Bestreben seines Arbeitgebers aber überhaupt nicht. Er verfasste darum einen zehnseitigen Text mit dem Titel „Googles ideologische Echokammer“.

Darin steht unter anderem, dass der geringe Anteil von Frauen in der Technologiebranche und in Führungspositionen generell nicht etwa an Diskriminierung und Vorverurteilung liege. Nein, ihm zufolge habe das ganz einfach biologische Gründe. Es gebe nun mal grundlegende psychologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern, schrieb der – mittlerweile – Ex-Googler.

„Natürliche Fähigkeiten“ von Männern und Frauen

„Wir müssen aufhören zu behaupten, die Kluft zwischen den Geschlechtern impliziere Sexismus“, heißt es in dem Stück laut dem Gadget-Blog Gizmodo weiter. Und Googles Ausbildungsprogramm für junge Frauen sei vermutlich einfach unsinnig.

Männer verfügten über „natürliche Fähigkeiten“, um besser programmieren zu können. Frauen hingegen hätten eher ein Talent für Gefühle und Ästhetik – und seien besser in der Kunstbranche aufgehoben.

Mail an alle Angestellten

Der Text war ursprünglich intern bei Google verbreitet worden, gelangte aber am Sonntag dann doch an die Öffentlichkeit. Dann musste das Unternehmen reagieren: Danielle Brown, die neue Managerin für Diversität, wies die Ansichten des ehemaligen Mitarbeiters zurück.

Sie schrieb eine Mail an alle Angestellten und erklärte, der Text werde weder von ihr noch vom Konzern „unterstützt, gefördert oder ermutigt“. Laut eigener Aussage ist der Mann später gefeuert worden.

Google-Chef Sundar Pichai

Probleme mit freier Meinungsäußerung bei Google?

Der Verfasser des Textes hatte Google außerdem in Bedrängnis gebracht, weil er beklagte, seine Meinung nicht frei äußern zu dürfen. In einer ideologisierten Unternehmenskultur sei das nicht möglich – erst recht, wenn die Meinung von anderen abweiche. Dafür bekam der Autor auch viel Zuspruch in Teilen der Belegschaft.

Google-Chef Sundar Pichai sagte darum, dass die Aussagen im Brief so zwar nicht okay seien – Angst vor der freien Meinungsäußerung aber ebenfalls nicht sein dürfe. Mitarbeiter sollten sagen können, was sie über etwas denken – erst recht dann, wenn es von der allgemeinen Meinung abweiche.

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