Killer’s Bodyguard

Der eine hatte seinen Durchbruch mit Pulp Fiction, der andere gehört spätestens seit Deadpool zu den ganz großen Kalibern in Hollywood: Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds machen gemeinsam einen Roadtrip der etwas ungewöhnlichen Art durch Europa.

Sie spielen ein ungleiches Duo, das gemeinsame Sache machen muss: Ryan Reynolds ist Michael Bryce, ein ehemaliger Personenschützer, der einen wichtigen Job vergeigt hat und die Karriereleiter tief nach unten gestürzt ist. Samuel L. Jackson gibt den berühmt-berüchtigten Auftragskiller Darius Kincaid, mittlerweile verurteilt und weggesperrt.

Für die Freilassung seiner ebenfalls inhaftierten Frau (Salma Hayek) lässt er sich auf einen Deal ein – er soll vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegen einen weißrussischen Diktator aussagen, nutzt den Gefangenentransport allerdings für einen Ausbruch. Bryce muss Darius an Interpol vorbei in die Niederlande bringen. Obwohl sie beide noch eine offene Rechnung miteinander haben.

Hier wird nicht geredet, hier wird geschossen

Killer’s Bodyguard von Patrick Hughes ist ein brutaler Film. Hier wird vor keinem haltgemacht. Statt miteinander zu reden um Probleme zu lösen wird aufeinander geschossen. Allein nach den ersten 20 Minuten pflastern mehrere Dutzend Leichen den Weg. Als unterhaltsames Gegengewicht versucht der Film mit Humor eine gewisse Lockerheit hineinzubringen und setzt dabei voll und ganz auf das ungleiche Duo Jackson/Reynolds und die daraus resultierenden Gegensätze. Einer ist alt, einer ist jung, einer ist schwarz, einer ist weiß, einer steht auf der richtigen, einer auf der falschen Seite des Gesetzes, der eine ist dem anderen moralisch und sprachlich überlegen.

Schwache Story trotz jeder Menge Gags

Mit vielen Sprüchen und Running Gags kaschiert der Film seine schwache Story. Etwa wenn Ryan Reynolds sich im Auto immer wieder anschnallt und seine Mitfahrer dazu zwingt, das Gleiche zu tun – und es im entscheidenden Moment selbst vergisst, wenn die beiden von Nonnen mitgenommen werden, im Auto gemeinsam singen oder Samuel L. Jackson in einer Rückblende erzählt, wie er seine Frau in einer Bar kennengelernt hat, die Gewalt ausufernd brutal wie bei Quentin Tarantino ist und im Hintergrund „Hello“ von Lionel Richie läuft.

Nur eine Kopie?

Killer’s Bodyguard legt viel Wert auf die absurd übertriebene Action. Die große Verfolgungsjagd in Amsterdam mit Boot und Motorrad durch die Grachten ist trashig unterhaltsam. Und trotzdem bleibt am Ende das Gefühl, diesen Film schon 100 Mal gesehen zu haben. Die 101. Variation ist dabei klein, dreckig und am Ende ein bisschen verschenkt.

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