Kunden wütend, weil Briefe zu spät oder gar nicht ankommen

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Bei der Bundesnetzagentur stehen die Telefone nicht mehr still: Immer mehr Menschen beschweren sich laut Saarbrücker Zeitung über die Art und Weise, wie die Post mit unseren Briefen umgeht.

Zwei Briefkästen der Post

Fast 17 Beschwerden pro Tag sind im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur eingegangen – 6.100 insgesamt. Das sind laut Bundesnetzagentur 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Und auch die Bundesnetzagentur selbst ist nicht happy mit den Briefzustellern: Sie beklagt eine viel schlechtere Qualität beim Leeren von Briefkästen, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf ein internes Papier der Bundesnetzagentur. Das schwarze Horn auf gelbem Grund kämpft mit vielen Dellen.

Briefkästen werden zu selten geleert

Was macht die Kunden richtig sauer? „Über die Hälfte der Beschwerden betrifft die Briefbeförderung und -zustellung durch die Deutsche Post AG“, heißt es in dem Papier. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. Die Aufsichtsbehörde selbst ist davon genervt, zu welchen Zeiten die Briefkästen geleert würden. Von etwa 110.000 Briefkästen in Deutschland würden 56 Prozent nur noch am Vormittag geleert. An Sonn- und Feiertagen würde kaum noch ein Briefkasten geleert: „Dies dürfte mitursächlich sein für das gefühlte Ausbleibender Briefzustellung an Montagen.“

Weihnachtszeit versaut der Post die Bilanz

Schon Anfang Dezember hatte die Bundesnetzagentur mitgeteilt, dass es immer mehr Beschwerden über die Arbeit der Post gebe. Damals sei man aber noch von einem Anstieg der Beschwerden um 25 Prozent ausgegangen. Das wären etwa 5.000 Beschwerden gewesen. In der Weihnachtszeit habe die Post sich dann aber selbst ein Bein gestellt. Briefe und Pakete kamen nicht oder viel zu spät an, manche landeten auch in ganz falschen Briefkästen. Dafür hagelte es zum Jahresende nochmal richtig viele Beschwerden.

Und was sagt die Post?

Zumindest nichts in Richtung „Sorry“ oder Bedauern. Eine Post-Sprecherin sagte lediglich, man nehme jede Beschwerde ernst. 94 Prozent der Briefe und 90 Prozent der Pakete würden den Empfänger am nächsten Werktag erreichen. Man gehe auch davon aus, „dass der Anstieg der Beschwerden auch darauf zurückzuführen ist, dass die Bundesnetzagentur in der öffentlichen Wahrnehmung vermehrt als Beschwerdestelle für Anliegen im Postbereich angesehen wird“. Beschwerden ernst nehmen sollte aber eigentlich anders klingen…

Politiker erinnert Post an ihren Auftrag

Der Verbraucherexperte der Grünen, Oliver Krischer, sagte der Saarbrücker Zeitung: “Die Verbraucher dürfen nicht die Dummen sein, wenn sie wichtige Briefe verschicken.“ Auch die Bundesregierung müsse dem Unternehmen Dampf machen. Denn die Post habe beim Briefverkehr immer noch einen öffentlichen Auftrag.

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