Tarnow: Sie stehen bereit für Einsatz in Schweden

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Feuerwehrmänner aus dem Amt Bützow-Land und von weiteren drei Wehren des Landkreises Rostock könnten Kampf gegen Waldbrände aufnehmen

In Schweden wüten seit Wochen Waldbrände. Hilfe bei der Brandbekämpfung kommt von den europäischen Nachbarn. Auch der Landkreis Rostock hat 21 Kameraden benannt, die im Falle eines Falles innerhalb von 24 Stunden ausrücken können. Die Feuerwehrmänner kommen aus sechs Wehren des Landkreises Rostock. Auch neun Blauröcke aus dem Amt Bützow-Land sind dabei. Am Donnerstagabend trafen sich alle zum ersten Mal in Tarnow.

Am Montag sei die Anfrage vom Innenministerium gekommen, ob sich der Landkreis vorstellen könnte, Feuerwehrkräfte für einen Einsatz nach Schweden zu entsenden, erklärt Kreisbrandmeister Maik Tessin. Für ihn stand sofort fest, dass das nur über den Katastrophenschutz erfolgen kann. „Denn es muss ja auch die Brandsicherheit hier vor Ort gewährleistet sein. Und genau für solche Ereignisse wurden diese Fahrzeuge für den Katastrophenschutz angeschafft“, sagt Maik Tessin. In Tarnow und Neubukow stehen diesen speziell ausgerüsteten Einsatzwagen.

Nach dem Anruf von Maik Tessin habe er in Zusammenarbeit mit dem Amtswehrführer die Wehren abgefragt, erzählt Matthias Gundlach, Wehrführer in Tarnow. Am Ende standen 35 Meldungen von Freiwilligen auf dem Papier. „Bei der Auswahl war uns wichtig, dass wir nur solche Kameraden schicken, die den speziellen Anforderungen auch entsprechen und gewachsen sind“, erklärt Tarnows Wehrführer. So sind acht von neun Kameraden Atemschutzträger und vier haben einen Lkw-Führerschein. Letzteres ist wichtig, damit sich die Kameraden ablösen können. Denn wenn die Einheit angefordert wird, geht die EU davon, „dass die Truppe 96 Stunden autark arbeiten kann“, erklärt Maik Tessin. Also vier Tage am Stück, mit Verpflegung, das Schlafen auf Feldbetten und so weiter selbst regeln. Deshalb müssen die Einsatzkräfte auch körperlich fit sein. „Die Waldbrandbekämpfung in Schweden, wenn es dazu kommen sollte, ist kein Zuckerschlecken“, sagt Maik Tessin. Die Entfernungen in dem dünnbesiedelten Land seien ganz andere.

Die beiden Einsatzfahrzeuge von Tarnow und der Wehr aus Neubukow haben jeweils 600 Meter Schlauchmaterial an Bord. Normal seien 200 Meter. Jedoch haben die beiden Fahrzeuge keine Wassertanks. Zu der Einheit des Landes, die für Schweden vorgesehen ist, gehört deshalb eine Spezialgruppe zur Waldbrandbekämpfung unter anderem mit zwei Tanklöschfahrzeugen und einem zusätzlich geländegängigen Fahrzeug, erklärt der Kreisbrandmeister.

Die 21 Kameraden des Landkreises Rostock kommen von den Wehren aus Neubukow, Kühlungsborn, Biendorf, Tarnow, Bützow und Kurzen Trechow/Moisall. Einer von ihnen ist Tommy Reichrath. Der gelernte Tischler und jetzige Zeitsoldat hat sechs Jahre in Norwegen gearbeitet und gelebt, hatte zuvor einen Sprachkurs in Norwegisch, Schwedisch und Dänisch absolviert. Seit vier Jahren ist er Mitglied der Feuerwehr Bützow. Die 21 Kameraden anführen würde bei einem Einsatz in Schweden Christian Wohrow aus Neubukow. Er ist Zugführer und seit 1990 Feuerwehrmann.

Bei ihrem Treffen am Donnerstagabend wurden beide Fahrzeuge noch einmal unter die Lupe genommen. Die 21 Feuerwehrmänner des Landkreises Rostock stehen bereit. Das „Go“ kann kommen. Voraussetzung: Schweden bittet um die Hilfe, die Europäische Union wendet sich an Deutschland und das Innenministerium beauftragt das Land MV.

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